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Wo stehst du?
Vielleicht hast du die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie gerade hinter dir oder steckst mitten in der Vorbereitung. Vielleicht arbeitest du schon mit Menschen, zum Beispiel als Coach oder psychologischer Berater, und willst mehr in der Hand haben. Irgendwann kommt die Frage, welche Ausbildung zu dir passt.
Systemisch, tiefenpsychologisch, Hypnose, Körperarbeit? Mit ACT entscheidest du dich gegen nichts. Es lässt sich mit fast allem verbinden, was du später noch lernst.
Aus einem Buch, einem Podcast oder von einer Kollegin. Und du willst wissen, was dahintersteckt.
Begriffe wie Defusion und Werte kennst du. Was fehlt, ist Übung. Am eigenen Erleben und mit Menschen, die vor dir sitzen.
Warum ACT?
Angst, Trauer oder Scham lassen sich nicht wegdenken. Der Versuch, sie loszuwerden, kostet oft mehr Kraft, als er bringt. ACT fragt deshalb: Wie bleibst du handlungsfähig, auch mit dem, was schwer ist, und ausgerichtet an dem, was dir wichtig ist?
Dazu arbeitet ACT mit sechs zusammenhängenden Prozessen, die gemeinsam psychische Flexibilität möglich machen. Akzeptanz, Defusion, Gegenwart, das Beobachter-Selbst, Werte und engagiertes Handeln.
In der Ausbildung lernst du alle sechs als zusammenhängendes Ganzes kennen. Und du bringst sie von Anfang an in Verbindung mit dem, was du selbst im Körper spürst.
ACT ist sehr gut erforscht, mit Hunderten kontrollierten Studien weltweit, und wird in internationalen Behandlungsleitlinien empfohlen. Zum Forschungsüberblick der ACBS (englisch)
ACT ist transdiagnostisch. Die sechs Prozesse setzen an dem an, was vielen Schwierigkeiten gemeinsam ist. Bei Angst und Depression genauso wie bei Schmerz oder in Lebenskrisen.
Du musst dich für nichts entscheiden. ACT lässt sich mit Verhaltenstherapie, systemischer Arbeit, Tiefenpsychologie, Hypnose oder Körpertherapie verbinden. Und wer Meditation, Yoga oder buddhistische Praxis kennt, findet vieles wieder, in einer wissenschaftlich überprüften Sprache.
Yoga, wie es in Indien verstanden wird, oder der Buddhismus sind keine Methodenkoffer, sondern ein Weg. Eine Lebenspraxis, die man übt und lebt. So ähnlich lässt sich auch ACT sehen. Schwieriges muss nicht verschwinden, damit es weitergehen kann. Bei dir nicht und bei den Menschen, die zu dir kommen, auch nicht.
Wer selbst noch gegen das eigene Erleben kämpft, kann schwer jemanden dabei begleiten, damit aufzuhören. Deshalb beginnt diese Ausbildung bei dir.
Ein Paradigmenwechsel
ACT kommt aus der Verhaltenstherapie und gehört zu ihrer sogenannten dritten Welle. Mit ihr hat sich die Frage verändert, mit der man auf belastende Gedanken und Gefühle schaut.
Leitfrage
Stimmt dieser Gedanke?
Ansatzpunkt
Der Inhalt von Gedanken. Ein belastender Gedanke wird auf seinen Wahrheitsgehalt geprüft und durch einen hilfreicheren ersetzt.
Ziel
Weniger Symptome, indem sich Denken und Fühlen verändern.
Leitfrage
Hilft dir dieser Gedanke, so zu leben, wie du willst?
Ansatzpunkt
Die Beziehung zu Gedanken. Ein Gedanke muss nicht falsch sein, damit du ihm nicht folgen musst. Du lernst, ihn zu bemerken, ohne dich von ihm steuern zu lassen.
Ziel
Psychische Flexibilität und ein Leben nach den eigenen Werten, auch mit dem, was schwer bleibt. Symptome dürfen dabei weniger werden, sie sind aber nicht der Maßstab.
Der Kampf
ACT geht von einer einfachen Beobachtung aus: Nicht unsere Gedanken und Gefühle selbst sind das Problem, sondern dass wir gegen sie ankämpfen. Wir verdrängen sie, drücken sie weg, lenken uns ab.
Stell dir vor, du stehst im Wasser und drückst einen Ball unter die Oberfläche. Der Ball ist ein belastender Gedanke wie „Ich schaffe das nicht“ oder ein Gefühl wie Angst. Eine Weile geht das. Aber du bist ständig damit beschäftigt, ihn unten zu halten. Und irgendwann schießt er doch wieder hoch.
Zwei Wege mit dem Ball
Die klassische KVT schaut sich den Ball genau an. Ist er wirklich so groß? Stimmt, was draufsteht? Oft zeigt sich, dass er aufgeblasener ist, als er wirkt. Man lässt Luft ab, und er wird leichter.
ACT fragt nicht nach der Größe. Du nimmst die Hände weg und lässt ihn schwimmen. Er darf da sein. Du hebst den Blick und schwimmst los, dorthin, wo du hinwillst. Der Ball treibt mit, aber er bestimmt nicht mehr den Weg. Das geht auch, wenn der Ball wirklich schwer ist.
Genau da liegt die Grenze des Umdeutens: „Meine Mutter wird nicht mehr lange leben“ lässt sich nicht widerlegen. Mit ACT musst du das auch nicht. Für deine Arbeit heißt das: Du musst niemandem seine Gedanken ausreden und keine Diskussion darüber gewinnen, was stimmt. Das nimmt Druck aus dem Gespräch, bei den Menschen, die zu dir kommen, und bei dir.

Wie ich unterrichte
Heilpraktiker für Psychotherapie und Körpertherapeut. Seit 2023 unterrichte ich angehende Heilpraktiker:innen für Psychotherapie an der Grünen Schule in Hamburg.
ACT kommt aus der Verhaltenstherapie, und gerade dort wird der Körper oft weggelassen. Dabei zeigen sich Angst, Scham oder Trauer zuerst als Enge, Druck oder Unruhe, lange bevor wir Worte dafür haben. Deshalb ist diese Ausbildung von Anfang an körperorientiert. Du spürst, bevor du benennst. Du benennst, bevor du anwendest.
Was ich unterrichte, lebe ich auch selbst. Mehr über mich
Jeder Prozess beginnt mit deiner eigenen Erfahrung, mit passender Körperarbeit: Atem, Grounding, Bewegung, Haltung.
Ihr übt zu zweit und in kleinen Gruppen und gebt euch Rückmeldung. Eine feste Gruppe über ein halbes Jahr.
Ab dem zweiten Wochenende arbeitest du mit Übungsklient:innen. Deine Fälle besprechen wir in den Online-Treffen.
Das Ziel
Du kennst ACT von innen, weil du es ein halbes Jahr lang an dir erlebt hast.
Du erkennst die sechs ACT-Prozesse im Gespräch und siehst, wo jemand gerade feststeckt.
Du sortierst ein Anliegen gemeinsam mit deinem Gegenüber, mit Choice Point und ACT-Matrix.
Du leitest Defusion, Akzeptanz und Achtsamkeit an, auch über den Körper: Atem, Grounding, Haltung.
Du begleitest Wertearbeit und entwickelst daraus mit deinem Gegenüber konkrete Schritte.
Du bleibst handlungsfähig, wenn es schwierig wird: bei Widerstand, bei starken Gefühlen, bei dir selbst.
Du verstehst einen Fall mit ACT und besprichst deine Arbeit in der Gruppe.
Dein Weg durch die Ausbildung
Jeder Zyklus beginnt mit einem Wochenende live in Hamburg. Am Freitagabend kommst du an, mit Körperarbeit. Der Samstag gehört Theorie, Üben und Fallarbeit. Ein paar Wochen später treffen wir uns online, montags von 18 bis 20 Uhr.
Zyklus 1 · 22./23. Januar
Alle sechs ACT-Prozesse und das Choice-Point-Modell im Überblick.
Online: Mo 08.02.
Zyklus 2 · 19./20. Februar
Defusion und Akzeptanz für den Alltag. Du beginnst mit Übungsklient:innen.
Online: Mo 08.03.
Zyklus 3 · 19./20. März
Achtsamkeit und Selbst-als-Kontext vertieft, mit den ersten Fallbesprechungen.
Online: Mo 05.04.
Zyklus 4 · 16./17. April
Von der Klarheit zum konkreten Schritt.
Online: Mo 03.05.
Zyklus 5 · 21./22. Mai
Reaktivität und Widerstand, bei den Menschen, mit denen du arbeitest, und bei dir. Intensive Fallarbeit.
Online: Mo 07.06.
Zyklus 6 · 25./26. Juni
Fallkonzeption und Abschluss. Wenn du möchtest, geht es danach in der Supervisionsgruppe weiter.
Für Heilpraktiker:innen für Psychotherapie, Psychotherapeut:innen, Coaches, Berater:innen und psychosoziale Fachkräfte. Ob du schon praktizierst oder noch in der Ausbildung bist.
ACT-Vorerfahrung brauchst du nicht, nur echtes Interesse daran, die Methode selbst zu erleben.
Wenn du ACT lieber aus sicherer Entfernung lernen möchtest. Hier übst du an dir selbst, in der Gruppe und mit dem Körper. Das gehört zu jedem Termin dazu.
Das Angebot
Sechs Wochenenden in Hamburg, fünf Online-Treffen dazwischen und eine feste Gruppe über ein halbes Jahr.
Infoabend Anfang Dezember. Lerne mich und die Ausbildung unverbindlich kennen. Der genaue Termin steht bald hier.